Rum!

Die größte Qual waren die 20 Minuten, die ich zwischen den zwei schriftlichen Prüfungen heute rumgesessen und Blumen auf den Aufgabenbogen gemalt hab, ich hab in den meisten Punkten Recht behalten und mich in einem getäuscht (wenn ich den Weg nicht kenn, find ich ihn auch nicht!), ich trink das erste Mal seit 18 Monaten ein drittes Glas Wein und alles was in den letzten Monaten zum Ausrasten war hat sich gestern und heute bezahlt gemacht. Aber sowas von.

Ich fühl mich ein bisschen wie nachm Abi, sogar ein bisschen besser, ach was, ich fühl mich einfach so besch.issen großartig wie noch nie in meinem Leben. Und ich hör TicTacToe und schäme mich kein bisschen dafür :) Ich fühl mich funky…

Danke Karma, danke an meine Kollegen und Chefs, die mir mehr beigebracht haben, als ich jemals gedacht hätte, wissen zu können, danke an den Freund, der mir gezeigt hat, dass es doch jemanden gibt, der meine Träume teilt, und (ohoh ich heul gleich) danke an meine Familie, allen voran dem besten Dad der Welt, für alles im Allgemeinen, für das was er in den letzten Wochen für mich getan hat im Besonderen, danke an den Bruder für diese formidable wireless-Tastatur-und-Maus :) und danke an jeden einzelnen, der mich auf der langen Suche nach mir selbst begleitet und mir den Glauben an mich selbst zurück gegeben hat.

Auf uns!

25+1, Licht und Schatten und 100 grandiose Werbeanzeigen

Der zweite Tag des zweiten Vierteljahrhunderts meines Lebens war von zwei Gedanken geprägt:

Morgens, als mich der personalisierte graue Star am Steuer eines ebenso grauen Benz´ fast vom Roller gefegt hat (dass er mir direkt danach eine Scheibenwischerflüssigkeit-Dusche verpasst hat, war sicher nur nett gemeint), also morgens fühlte ich mich noch jung, im Sinne von: „Ich bin zu jung zum Sterben“.

Nachmittags, als die zweite letzte (nicht zweitletzte) Sportstunde meines Lebens fast vorbei, alle Spieler bei Brennball entweder „Safe“ oder „Verbrannt“ und nur noch ein Spieler übrig war, als ich einen Blick zur Uhr riskierte und meinen eigenen Countdown startete, ja, als mich DA der Volleyball mitten ins Gesicht getroffen hat, da wars dann doch wieder eher: „Ich bin zu alt für den Sch***!!“ Ich hätte nicht sagen sollen, dass er wirft wie ein Mädchen, aber… menno Jungs sind echt so fies  :)

Daneben standen heute auf dem Lehrplan eine Stunde „Ernst des Lebens“ („Welches Bruttogehalt müssen Sie fordern, um auf ein Nettogehalt von 1.900€ zu kommen?“), eine Stunde „Du hast eine Frage? Die Wikipedia hat die Antwort!“ und eine Stunde „Gegenwart kann jeder – wir prognostizieren die Vergangenheit“.

Achja, der Lichtblick und genau das Richtige, um mich zu erinnern, warum ich meinen Job so liebe:

Via Inspirationf

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Lieber gut geworben, als fast gestorben. Oder so.

Die Search Story meines Lebens

Mein Handy ist Bayern-Fan

…fehlt nur noch, dass es auch ohne Akku in den Vereinsfarben leuchtet – reicht aber auch so. Fakt ist, die zwei Menütasten meines Sony Ericsson W580i rechts und links leuchten, eine rot und eine blau, und das ständig – auch wenn das Handy aus ist.  Ich hab das Akku raus und wieder rein, sobald das Ding wieder Saft hat leuchtets fröhlich vor sich hin. Google spuckt nichts aus, wobei, kann man so nichtmal sagen – das Modell würden viele, drücken wir es so aus, nicht unbedingt ihrer besten Freundin empfehlen. Aber die rot-blaue-Leuchtpest hab anscheinend nur ich.

Gut, lass ich eben dieses Update drüberlaufen und wenn das nicht hilft, müssen die Werkseinstellungen her, dann bin ich mit meinem Latein am Ende. Rot und blau. Am Ende ist das ein perfider Bayern München-SonyEricsson-Guerilla-Marketing-Schachzug. Komm´ich jetz´in Fernsehn?

Update: Hell yeah, meine Kontakte haben sich halbiert, telefonieren geht nur noch in einem von 50 Fällen, aber ansonsten alles wie gehabt. Eine Taste rot, eine Taste blau. Es reicht echt.

Im Prinzip aus Prinzip ohne Prinzip

Ich habe keine Prinzipien. Ich versuche zumindest, keine zu haben. Eigentlich denke ich, dass man Prinzipien garnicht „haben“ kann. Man kann sie anwenden, zum Beispiel das „Schicht-für-Schicht“-Prinzip, mit dem mein Bruder seinen Erdbeerkuchen isst. Mann kann alles mit einem Prinzip machen. Aber man kann nicht etwas mit einem Prinzip NICHT machen. Und schon garnicht kann man etwas aus einem Prinzip machen oder nicht machen.

Ein Prinzip hat sich mal jemand ausgedacht, oder man stößt zufällig darauf, wie auch immer, es ist eine Art, eine Möglichkeit, ein Vorschlag, wie etwas geht oder gehen kann. Aber nie ein „nur so und nicht anders, Abweichungen unmöglich“. Ein Prinzip kann man sich abschauen und „danke“ sagen, oder selbst eines erfinden, wenn es noch kein perfektes gibt. Man kann sogar eines weiterentwickeln. Es ist etwas Hilfreiches, es öffnet Möglichkeiten, macht etwas leichter.

Und zu was haben wir es gemacht? „Ich rede nicht mit Schwarzen!“, „Ich kaufe nicht bei Aldi!“, „Ich schau keine Castingshows!“ – „Warum?“ – „Aus Prinzip!“. Wer weder Erklärung noch triftigen Grund hat, hat ein Prinzip. Ein Prinzip gibt uns heute die Absolution, uns selbst und andere einzuschränken und unser Schubladendenken hinter etwas zu verstecken, was nach Reife, Durchsetzungsvermögen und geistiger Größe aussieht. „Der Mann hat seine Prinzipien!“ – Geschenkt. Ich habe Gründe.

Ich kaufe nicht „hauptsache billig“ ein, wenn der Verdacht besteht, dass dafür notleidende Menschen ausgebeutet werden. Das ist ein Luxus, den ich mir zum Glück leisten kann. Ich lehne aber nichts aus Prinzip ab, nur weil es billig ist. Ich will nicht die Welt verbessern, ich versuche auf mein Karma zu achten und nicht zuletzt will ich mein Handeln vor mir selbst rechtfertigen und verantworten können. Und vor anderen. Selbst „Meine Eltern haben das auch schon so gemacht.“ ist ein Grund, vielleicht nicht immer ein guter, aber ein Grund. Wer Gründe hat, hat nachgedacht.

Und noch etwas – wenn ich etwas aus Prinzip ablehne, wie sehr schränke ich mich dann selbst ein? Würde ich aus Prinzip keinen deutschen Hip Hop hören, könnte ich mich vielleicht vor ner Menge Schrott schützen – aber ich hätte Thomas D. nicht zum Thema für meine Facharbeit machen können. Aus Prinzip entsteht nichts neues. Und so ist es doch mit allem. Im Prinzip.