Familiensinn à la RTL

Ich gebs zu, ich habe bisher jede Staffel DSDS mehr oder weniger verfolgt, genauso wie Popstars, genauso wie GNTM – das Zeug läuft seit fast 10 Jahren, und solange ich das noch halbwegs verfolge, fange ich zumindest nicht an, mich alt zu fühlen. Mit jedem Jahr verpasse ich mehr Sendungen, und Mitfreu-Momente werden seltener, dafür denk ich mir immer öfter „warum macht denn keiner was?“.  Ich fühl mich nicht als Mittäter, weil ich mir den Schund anschau, ganz und garnicht. Ich mach auch niemandem einen Vorwurf. Ist ja mittlerweile fast egal, WAS man kuckt, das Prinzip ist überall ähnlich. Ich wünsche mir das Familienduell zurück, und „Der Preis ist heiß“, weil da ganz normale Leute lustige Sachen gemacht haben, und das Publikum angefeuert und sich mitgefreut hat. Und mitgelitten. Aber Harry Wijnfoord hat nicht höhnisch grinsend dem Verlierer prophezeit, dass er es mit dieser Einstellung nie zu etwas bringen kann. Man konnte nicht verlieren – höchstens nicht gewinnen. Und dann hatte man trotzdem Spaß gehabt. Read more…

Gebannt

Banner-Bauen ist nix für mich. Echt nicht. Meine Nerven.

Das Foto  ist cool. Hat der beste Kollege von allen gemacht. Mhm.

Hier kann man sogar die Schrift lesen. Äh und wer mir erklären kann, warum das Seitzeichen-Plugin hier am Ende spinnt (bzw wie ich das gefixt krieg) kriegt ein vollkommen unanimiertes analoges Fleißkärtchen.

PS: Ich hab mich dazu entschlossen, die Banner schön zu finden. Schön schlicht. Ich freue mich über Meinungen, die in die selbe Richtung gehen, über konstruktive Kritik oder über Leute, die es gleich selbst besser machen. Höhö.

Im Prinzip aus Prinzip ohne Prinzip

Ich habe keine Prinzipien. Ich versuche zumindest, keine zu haben. Eigentlich denke ich, dass man Prinzipien garnicht „haben“ kann. Man kann sie anwenden, zum Beispiel das „Schicht-für-Schicht“-Prinzip, mit dem mein Bruder seinen Erdbeerkuchen isst. Mann kann alles mit einem Prinzip machen. Aber man kann nicht etwas mit einem Prinzip NICHT machen. Und schon garnicht kann man etwas aus einem Prinzip machen oder nicht machen.

Ein Prinzip hat sich mal jemand ausgedacht, oder man stößt zufällig darauf, wie auch immer, es ist eine Art, eine Möglichkeit, ein Vorschlag, wie etwas geht oder gehen kann. Aber nie ein „nur so und nicht anders, Abweichungen unmöglich“. Ein Prinzip kann man sich abschauen und „danke“ sagen, oder selbst eines erfinden, wenn es noch kein perfektes gibt. Man kann sogar eines weiterentwickeln. Es ist etwas Hilfreiches, es öffnet Möglichkeiten, macht etwas leichter.

Und zu was haben wir es gemacht? „Ich rede nicht mit Schwarzen!“, „Ich kaufe nicht bei Aldi!“, „Ich schau keine Castingshows!“ – „Warum?“ – „Aus Prinzip!“. Wer weder Erklärung noch triftigen Grund hat, hat ein Prinzip. Ein Prinzip gibt uns heute die Absolution, uns selbst und andere einzuschränken und unser Schubladendenken hinter etwas zu verstecken, was nach Reife, Durchsetzungsvermögen und geistiger Größe aussieht. „Der Mann hat seine Prinzipien!“ – Geschenkt. Ich habe Gründe.

Ich kaufe nicht „hauptsache billig“ ein, wenn der Verdacht besteht, dass dafür notleidende Menschen ausgebeutet werden. Das ist ein Luxus, den ich mir zum Glück leisten kann. Ich lehne aber nichts aus Prinzip ab, nur weil es billig ist. Ich will nicht die Welt verbessern, ich versuche auf mein Karma zu achten und nicht zuletzt will ich mein Handeln vor mir selbst rechtfertigen und verantworten können. Und vor anderen. Selbst „Meine Eltern haben das auch schon so gemacht.“ ist ein Grund, vielleicht nicht immer ein guter, aber ein Grund. Wer Gründe hat, hat nachgedacht.

Und noch etwas – wenn ich etwas aus Prinzip ablehne, wie sehr schränke ich mich dann selbst ein? Würde ich aus Prinzip keinen deutschen Hip Hop hören, könnte ich mich vielleicht vor ner Menge Schrott schützen – aber ich hätte Thomas D. nicht zum Thema für meine Facharbeit machen können. Aus Prinzip entsteht nichts neues. Und so ist es doch mit allem. Im Prinzip.