Vom Genießen
Arbeitstitel: Geschmackssachen können zu Genuss-Sucht führen
Der viel zitierte technische Fortschritt hat uns so einiges beschwert, hoppla, beschert – beispielsweise erdgasbetriebene PKW, Ebay, und Abkürzungen wie UMTS, HD-TV und HSDPA. Die meisten Errungenschaften des 21. Jahrhunderts zielen darauf ab, den Alltag zu erleichtern, alles einfacher, schneller und wirtschaftlicher zu machen.
Dass eine Gemüsesorte gerade Saison hat, merkt man heute am Preis, nicht am Geschmack, wir kennen Drachenfrucht und Physalis, aber nicht die regionalen Kartoffelsorten, Milch ist “länger frisch”, fettarm, kondensiert, pasteurisiert, ultrahocherhitzt oder gleich aus Soja. Fernsehköche als Tütensuppen-Testimonials oder im Duell mit einem Lieferservice sieht man täglich. Und spätestens seit dem “don´t call it Schnitzel” für den Toaster steht fest, dass es immer noch ein bisschen geschmackloser geht.
Geschmack ist subjektiv, wechselhaft, schwer einzuschätzen und individuell. Geschmack steuert die verschiedensten Sinne an. Eine einzige Mirabelle frisch von einem Baum bringt Kindheitserinnerungen zurück und kann ebenso wertvoll sein wie ein 12 Gänge Menue. 12 Gänge wiederum werden zur Qual, wenn man mit dem Tischnachbarn auf Kriegsfuß steht. Wir lassen uns nicht über unseren Geschmack kategorisieren, aber unser Geschmackssinn passt sich rasend schnell an, wir verlernen, wie etwas wirklich schmeckt und lernen dafür süß, sauer, salzig, bitter, umami und fettig zu unterscheiden. Und am Ende müssen wir doch wieder zu dem Schluss kommen, dass es keine Kompromisse gibt, wenn es um Genuss geht. Den eigenen oder den anderer.
Gebannt
Banner-Bauen ist nix für mich. Echt nicht. Meine Nerven.
Das Foto ist cool. Hat der beste Kollege von allen gemacht. Mhm.
Hier kann man sogar die Schrift lesen. Äh und wer mir erklären kann, warum das Seitzeichen-Plugin hier am Ende spinnt (bzw wie ich das gefixt krieg) kriegt ein vollkommen unanimiertes analoges Fleißkärtchen.
PS: Ich hab mich dazu entschlossen, die Banner schön zu finden. Schön schlicht. Ich freue mich über Meinungen, die in die selbe Richtung gehen, über konstruktive Kritik oder über Leute, die es gleich selbst besser machen. Höhö.
Ich “lese” gerade schwarzhumorige Comics
fritten.cc » Was liest Du gerade?.
Als mein Bruder (PolWiss-Student) auf die Frage, ob er GoogleBooks nutzt, sinngemäß geantwortet hat, dass er konservativer- und komischerweise ganz gern ein Buch mit Seiten zum Umblättern vor sich liegen hat, war ich zwischen “komm mir mal nich so kleiner Bruder”, ernsthafter Argumentation (Druck kamma abba nich googlen), einem latenten Gefühl von “ich wollt nur helfen” und Zunge rausstrecken hin- und hergerissen. Früher hätte mich das in Frustration und Selbstzweifel gestürzt, heute hole ich Luft und spreche mein Mantra:
Ich kann mich nicht entscheiden,
ich will mich nicht entscheiden,
ich muss mich nicht entscheiden -
also warum sollte ich?
Und wo ich gerade so darüber nachdenk – wer sich sicher ist, in jeder Hinsicht das bessere Angebot zu haben, zwingt niemanden zu einer Entscheidung.
Bevor Klagen kommen, möchte ich aber noch hinzufügen, dass “entschieden unentschieden” keinesfalls in allen Bereichen des Lebens die Einstellung der Wahl sein sollte. Die Kunst ist es, zwischen einem Unentschieden, hilfreichen Unterschieden und unbedingt nötigen Entscheidungen zu unterscheiden. Im Zweifel rate ich zum Raten.






